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TBILISSI – HAUPTSTADT GEORGIENS

Sind Sie jemals in einer Stadt gewesen, in der Sie georgisch–orthodoxe, armenisch–gregorianische und römisch–katholische Kirchen, eine Synagoge, eine Moschee und einen zoroastrischen Tempel innerhalb eines 5-minütigen Spaziergangs finden können? Nein? Dann sollten Sie bestimmt nach Georgien kommen und unsere Hauptstadt Tbilissi besuchen – eine multiethnische, multikulturelle, multireligiöse Stadt an der Kreuzung der Geschichte, die weder eine europäische noch eine asiatische Stadt, sondern  eine berauschende Mischung von Osten und Westen ist.
Tbilissi, benannt nach den heißen Quellen, wurde im 5. Jahrhundert gegründet und hat schon immer Besucher mit seiner lebhaften Atmosphäre, alten Straßen und Karawansereien oder auch dadurch angezogen, was bei Alexander Dumas "der fremde, faszinierende Charme" dieser  "Stadt der Legenden und Romanzen" heißt.

Tbilissi – eine Stadt mit heißen Quellen
König Wachtang Gorgassali (446-502 n. Chr.) ging einmal auf die Jagd in dichte Wälder auf dem heutigen Gebiet Tbilissis. Der König erlegte einen Fasan und ließ einen Falken in die Verfolgung. Nach einer langen Suche hat man die beiden Vögel in einer heißen Quelle gekocht gefunden. Der König war durch die heißen Quellen so beeindruckt, dass er demnächst beschloß, eine Stadt in dieser Gegend anzulegen, die „Tbilissi“ („Tbili“ bedeutet „warm“ auf Georgisch), heißen sollte.


Die Altstadt hat viel Sehenswertes zu bieten. Machen  Sie einen Spaziergang entlang der schmalen, holprigen Straßen und den letzten traditionellen Häusern mit reichen Holzschnitzereimustern auf Balkonen. Entspannen Sie sich im warmen Wasser der historischen  Schwefelbäder und besuchen Sie die historischen Baudenkmäler der Stadt: Metechi-Kirche, Narikala-Festung, Sioni-Kathedrale und Antschiskhati-Kirche.

Die Metechi-Kirche (13. Jh.) mit dem Reiterstandbild des Königs – Gründers der Stadt, der über den steilen Klippen des Mtkwari-Flusses wacht, ist eine der klassischen Fotomotive des alten Tbilissi. Die Kirche wurde vielmals von Feinden zerstört. Während der Zarenherrschaft diente sie als Gefängnis und zu Sowjetzeiten wurde hier ein Jugendtheater eingerichtet. Erst in den späten 80-er Jahren konnte sie wiedergeweiht werden.
"Ein herrliches Gefühl von Freiheit und Wohlfinden durchdrang mich. All meine Müdigkeit war vergangen, und ich fühlte mich stark genug, um einen Berg hochzuheben“ – sagte Alexander Dumas nach einem Besuch der Schwefelbäder 1858.
Gespeist durch natürlich heißes Mineralwasser (47°C), sind die Schwefelbäder  Jahrhunderte lang ein wesentlicher Bestandteil des Lebens in Tbilissi gewesen. Die unter der Erdoberfläche gelegenen ziegelüberdachten Bäder wurden im 17 Jh. gebaut und liefern täglich 3 Mill. Liter Wasser. Für den vollen Genuss vergessen Sie auch nicht, dazu noch eine gesunde Massage zu nehmen.


Die Festung Narikala (4. Jh.v.Chr.) wurde noch vor der Stadtgründung auf einem steilen Hügel mit Blick auf den Fluss erbaut. Der persische Name Nari-Kala ("unzugängliche Festung") traf während Invasionen und Fremdherrschaften über Jahrhunderte hindurch zu. Heutzutage sind alle Besucher willkommen, die stolze Zitadelle zu erklimmen und von oben den wunderbaren Blick auf die Stadt zu genießen.

Die Sioni Kathedrale (7. Jh.) ist nach dem Berg Zion in Jerusalem benannt. Die Kirche ist von großer Wichtigkeit, denn sie beherbergt das Heilige Kreuz der Heiligen Nino, einer jungen Frau, die im 4. Jahrhundert n. Chr. das Land christianisierte.

Antschiskhati Kirche (6. Jh.) – die älteste Kirche in Tbilissi – ist nach der wundertätigen Ikone des Erlösers benannt, die einst hier aufbewahrt wurde und nun im georgischen Kunstmuseum ausgestellt ist.

Rustaweli Prospekt wurde im 19. Jh. angelegt und ist nach dem großen georgischen Dichter Schota Rustaweli (12. Jh.) benannt. Die belebte Straße liegt nun im  Herzen Tbilissis. Ein Spaziergang führt Sie zu dem im maurischen Stil erbauten Opernhaus, zum Theater, zum Palast des russischen Vizekönigs sowie zum Parlamentsgebäude, geschweige den zahlreichen Cafes, Restaurants und Geschäfte, die entlang der Straße zu finden sind.

Staatliches Nationalmuseum Georgiens ist die Heimstätte der einzigartigen Sammlung von vorchristlichen goldenen Artefakten und Schmuck. Außerdem beherbergt es nationale archäologische, historische und ethnographische Sammlungen, einschließlich  des Schädels des ersten Auswanderers aus Afrika (1.7 Mill. Jahre alt), gefunden in archäologischen Ausgrabungen bei Dmanisi.

Nationalmuseum der Künste Georgiens
bietet einen Raum für die großartigen Schätze der mittelalterlichen christlichen Kunstwerke – mit Gold und Edelsteinen eingefasste Ikonen, inkrustierte Kreuze, sowie einige Muster der feinsten Zellenschmelzarbeit. Chachuli Tryptichon, eines der  Meisterwerke des Museums, ist das größte Muster der Zellenschmelztechnik in der Welt.

Freilichtmuseum georgischer Volksarchitektur – Originalwohnsitze und Gehöfte wurden aus allen Regionen Georgiens hierher gebracht und sind liebevoll restauriert worden, um einen Einblick in das bäuerliche Leben über viele Jahrhunderte hinweg zu gewähren.

Pirosmani ist ein hervorragender Maler der naiven Kunst, der nie eine professionelle Malakademie besucht hat.  Dem selbstausgebildeten Maler gelang es dennoch, sein eigenes Ausdruckssystem zu kreiern und selbständig auf die gleichen Malereiprinzipien und –probleme zu kommen, vor den die führende europäische Kunst der Zeit stand. Seine Maltechnik, Wahrnehmung der Welt und die Art und Weise der Lieferung der Komposition, Formen und Farben, machen Pirosmani einzigartig in der Malerschaft.

Cloisonné – Technik
Georgische Zellenschmelztechnik ist durch ihre Originalität, Palettentiefe und Vielfältigkeit auszuzeichnen. Man glaubt, sie sei die feinste Arbeit in der Welt, denn sie führt einen ganz neuen Stil in die Kunst ein. Das älteste Muster  datiert aus  dem 7-9. Jh. Als Meisterwerk der Zellenschmelztechnik wird jedoch das Kunstwerk des 12. Jhs. Chachuli Tryptichon – die Ikone der Muttergottes bezeichnet.  Dieses sogenannte „Email Museum“ umfasst 200  Stücke, einschließlich der Ikonen, Kreuze und Medaillons; im Zentrum ist das Gesicht der Gottesmutter dargestellt, das sogar im zerstörten Zustand als das größte Muster der Cloisonné in der ganzen Welt gilt.

 
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